Kommunionkinder

Kommunionunterricht  06.04. – 08.04. 2020

Montag in der Karwoche (06.04.20)

Jesus räumt im Tempel auf

Liebe Kommunionkinder…
die heilige Woche hat nun begonnen, an deren Ende Jesus am Kreuz stirbt. Wir nehmen Euch mit auf seine letzten Tage bis zu seinem Tod .

Jeden Tag werdet ihr eine neue Geschichte von Jesus hören. Vieles ist sehr traurig, denn Jesus wird leiden und unschuldig hingerichtet. …..aber dann kommt die Auferstehung an Ostern. Jesus besiegt den Tod. Aus Liebe zu uns Menschen, zu jedem einzelnen von uns, ist Jesus diesen Weg gegangen. Da geht in der Dunkelheit des Todes sein Licht des Lebens auf, das alles strahlend hell macht.

Licht macht es hell um uns,
Licht macht es hell in uns,
Jesus hat gesagt: „ Ich bin das Licht der Welt!“

Am Sonntag ist Jesus nach Jerusalem gekommen, auf einem Esel reitend und die Menschen haben ihm zugejubelt. Sie haben den Weg mit Palmen ausgelegt und ihn wie einen König empfangen und Hosianna gerufen… und so geht es nun weiter:

Jesus will auch zu Dir kommen, so wie er damals in den Tempel gekommen ist.
Wie findet er es bei Dir vor?
Ist in deinem Leben Platz und Zeit für Gott?
Sprichst du mit Gott, indem du betest?
Versuchst Du so zu leben, wie Gott es erwartet ?

Schaut Euch im Internet (mit Hilfe Eurer Eltern) auf dieser Seite die Bilder des Tempels an – ihr könnte auch unter “Herodianischer Tempel” nach anderern Bildern suchen. Einige Mauern des Tempels stehen sogar heute noch und Menschen gehen noch immer dahin um zu beten!

Ausmalbild Montag in der Karwoche

(Die Grafik runterladen, ausdrucken und ausmalen)

Dienstag in der Karwoche (07.04.20)

Jesus wäscht den Jüngern die Füsse

Mittwoch in der Karwoche (08.04.20)

Das letzte Abendmahl

Kommunionunterricht  30.03. – 05.04.2020

Liebe Kommunionkinder,

nächsten Sonntag beginnt mit dem Einzug Jesu in Jerusalem die sogenannte Karwoche ( „kar“ hat die Bedeutung Trauer, Sorge), in der wir Jesus begleiten bis zu seinem Tod am Kreuz, um anschließend dann Jesu Auferstehung zu feiern.

Kurz vor seiner Gefangennahme hat er seine Jünger gebeten: “ Wacht mit mir und betet!“und das können wir auch heute noch tun indem wir zum Beispiel in dieser Woche uns Zeit nehmen morgen und abends zu beten und vielleicht ein Gebet zu sprechen, das es auch als Kirchenlied gibt: Beim letzten Abendmahle…“ Dazu findet ihr den Text und das Lied hier auf der Seite.

Lest Euch das Evangelium durch.

Jesus zieht auf einem Esel reitend in die Stadt Jerusalem ein. Der Esel gilt damals als ein Zeichen des Friedens. Die Menschen jubeln Jesus zu, sie sehen in ihm den neuen König und so empfangen sie ihn auch in Ehren: sie legen ihre Mäntel und Palmblätter wie einen Teppich vor ihn auf den Weg… und das wollen wir auch tun!

Schneidet aus einem großen Papier (grünes Papier oder grün/bunt angemalt) ein Baumblatt oder Palmblatt aus und schreibt darauf eine Fürbitte oder malt etwas darauf. Ihr könnt ruhig mehrere Blätter basteln und vielleicht möchten Eure Geschwister und Eltern ja auch mitmachen…..

An Palmsonntag werden wir damit dann auch, wie damals, den Weg (in der Kirche) zum Altar auslegen. Je mehr Blätter ihr uns bringt, je besser!

Bitte werft die Blätter im Pfarrbüro Breyell in den Briefkasten oder in Schaag bei Familie Bayer, Krüchtens Str. 15.

Ab nächsten Sonntag werdet ihr dann häufiger Neuigkeiten auf Eurer Internetseite finden. Schaut also öfter hinein, damit wir uns trotz des Corona-Virus gemeinsam auf Ostern – das Fest der Auferstehung und grenzenlosen Freude – vorbereiten können .

Bis dahin wünsche ich Euch Gottes Segen und eine schöne Woche.

Birgitta Hoeren-Bayer

Hosianna! Der Einzug nach Jerusalem

Das Paschafest rückte näher. Von allen Seiten strömten die Menschen nach Jerusalem. Und jeden Tag kamen noch neue hinzu, Hunderte, Tausende und noch viel mehr.

Da machte sich auch Jesus mit seinen Jüngern auf den Weg und zog nach Jerusalem.
Als sie schon in der Ferne die Stadt sahen, blieb Jesus plötzlich stehen. Er rief zwei Jünger zu sich und befahl ihnen:“ Geht in das Dorf, das vor uns liegt! Dort werdet ihr gleich am ersten Haus einen jungen Esel finden, der angebunden ist. Bindet ihn los und führt ihn zu mir! Und wenn euch jemand fragt: „Warum macht ihr das?“ dann antwortet ihm: „Der Herr braucht ihn!“ dann wird er euch den Esel geben.“

Die Jünger sahen Jesus verwundert an. Was hatte er vor? Wozu brauchte er den Esel? Aber dann dachten sie daran, was in den Büchern der Propheten über den Retter stand:

Freue dich sehr und jauchze, du Stadt Jerusalem!
Denn siehe, dein König kommt zu dir,
ein Gerechter und ein Helfer,
arm und reitet auf einem Esel.“

Da verstanden die Jünger, was Jesus vorhatte. Auf einem Esel wollte er in Jerusalem einziehen. Als König und Retter wollte er kommen.

Da gingen die Jünger zu dem Dorf und fanden alles so, wie Jesus gesagt hatte. Sie banden den Esel los, führten ihn zu Jesus und legten ihre Mäntel darauf. Jesus setzte sich auf den Esel und ritt los. Als aber die anderen Leute sahen, wie Jesus nach Jerusalem ritt, eilten sie herbei, jubelten und sangen:

„Hosianna! Gelobt sei,der da kommt im Namen des Herrn.“

Von allen Seiten kamen sie an. Sie liefen Jesus voraus, zogen ihre Mäntel aus und breiteten sie wie einen Königsteppich auf dem Weg aus. Einige kletterten sogar auf die Bäume, rissen Zweige ab und streuten sie auf den Weg. Und immer mehr Menschen eilten herbei. “Hosianna!“jubelten alle. „Hosianna! Hosianna!“ erklang es von überall her. So hieß das Lied, das sie ihrem König sangen. Alle stimmten es an, Alte und Junge, Männer und Frauen und viele, viele Kinder. Singend zogen sie mit Jesus in die Stadt ein und folgten ihm bis in den Vorhof des Tempels.“
 (nach Matthäus)

Ausmalbild zum Palmsonntag

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Zum Mitsingen:

GL 282 Beim letzen Abendmahle

1. Beim letzten Abendmahle, die Nacht vor seinem Tod, nahm Jesus dort im Saale, Gott dankend, Wein und Brot.
2. „Nehmt“, sprach er, „trinket, esset, das ist mein Fleisch, mein Blut, damit ihr nie vergesset, was meine Liebe tut!“
3. Dann ging er hin, zu sterben, aus liebevollem Sinn, gab, Heil uns zu erwerben, sich selbst zum Opfer hin.
4. O laßt uns ihm ein Leben, von jeder Sünde rein, ein Herz, ihm ganz ergeben, zum Dankesopfer weihn!
 

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Kommunionunterricht  23. – 29. März 2020

Ausmalbild Petrus und Jesus auf dem See

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Zum Mitsingen:

GL 823 Wo Menschen sich vergessen

1. Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen, und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns.
2. Wo Menschen sich verschenken, die Liebe bedenken, da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns.
3. Wo Menschen sich verbünden, den Hass überwinden, da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns.

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Evangelium

Jesus geht über das Wasser
22 Sofort danach drängte Jesus die Jünger,
in das Boot zu steigen.
Sie sollten an die andere Seite des Sees vorausfahren.
Er selbst wollte inzwischen die Volksmenge verabschieden.
23 Nachdem er die Volksmenge verabschiedet hatte,
stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten.
Als es dunkel wurde, war er immer noch alleine dort.
24 Das Boot war schon weit vom Land entfernt.
Die Wellen machten ihm schwer zu schaffen,
denn der Wind blies direkt von vorn.
25 Um die vierte Nachtwache kam Jesus zu den Jüngern.
Er lief über den See.
26 Als die Jünger ihn über den See laufen sahen,
wurden sie von Furcht gepackt.
Sie riefen: “Das ist ein Gespenst!”
Vor Angst schrien sie laut auf.
27 Aber sofort sagte Jesus zu ihnen:
»Erschreckt nicht! Ich bin es.
Ihr braucht keine Angst zu haben.«

Petrus findet Halt bei Jesus
28 Petrus antwortete Jesus:
»Herr, wenn du es bist, befiehl mir,
über das Wasser zu dir zu kommen.«
29 Jesus sagte: »Komm!«
Da stieg Petrus aus dem Boot,
ging über das Wasser und kam zu Jesus.
30 Aber auf einmal merkte er,
wie stark der Wind war und bekam Angst.
Er begann zu sinken und schrie:
»Herr, rette mich!«
31 Sofort streckte Jesus ihm die Hand entgegen
und hielt ihn fest.
Er sagte zu Petrus: “Du hast zu wenig Vertrauen.
Warum hast du gezweifelt?”
32 Dann stiegen sie ins Boot – und der Wind legte sich.
33 Und die Jünger im Boot warfen sich vor Jesus nieder.
Sie sagten: “Du bist wirklich der Sohn Gottes!”

Liebe Kommunionkinder,
ich hoffe. das es Euch und Euren Familien gut geht.
Im Augenblick ist vieles anders als sonst: Ihr könnt Euch nicht mit Freunden treffen, die Großeltern vielleicht nicht besuchen, viele Geschäfte haben geschlossen, Sonntags könnt ihr nicht zur hl. Messe in die Kirche gehen und Eure erste heilige Kommunion musste auch verschoben werden und auch zur Schule dürft ihr zur Zeit nicht!

Vieles ist anders als sonst: das kann einem schon etwas Angst machen, wir wissen ja auch nicht genau, was als nächstes kommt. So ist es auch den Freunden von Jesus ergangen, als sie mit einem Boot im Sturm auf dem Meer waren…..

Lest bitte jetzt die Geschichte aus dem Evangelium:

Lest die Geschichte ruhig noch einmal, danach könnt ihr sie Euren Eltern oder Geschwistern erzählen !

Überlegt einmal, wie das für die Jünger im Boot gewesen sein mag. ..

Bastelt Papierboote und bewegt sie durch Pusten auf Wasser in einer Schüssel hin- und her, dann könnt ihr das Euch vielleicht noch besser vorstellen!

Warum fängt Petrus an zu sinken?

Lest nochmal nach, was Jesus zu den Jüngern sagt, als er über das Wasser zu Ihnen kommt!

Malt das Bild aus, oder malt sogar selber ein Bild!

Als die Jünger in dem Sturm auf dem Meer waren, hatten sie große Angst. In ihrer Not lässt Jesus sie nicht allein. Er kommt zu Ihnen und da wissen sie, dass sie gerettet sind. Sie vertrauen Jesus und das dürfen wir auch tun! Er sagt auch uns: „Fürchtet Euch nicht!“ und kommt auch uns entgegen. Er hat auch uns versprochen: „Ich bin bei Euch alle Tage!“

Kommunionunterricht  16. – 22. März 2020

Ausmalbild zum 4. Fastensonntag

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Zum Mitsingen:

GL 778 Kennst du das alte Lied

1. Kennst du das alte Lied? Man singt es seit langer Zeit, singt es von Liebe, Freud und Leid und von der Ewigkeit. Menschen sind unterwegs. Ach, wer nimmt sie an der Hand, führt sie aus Angst und Einsamkeit in das gelobte Land?
2. Oft steht die Welt in Brand, und Blut färbt das Wasser rot, steht doch ein Kreuz in jedem Land, überall herrscht der Tod. Hass, der kein Ende nimmt, und Völker, die sich entzwein. Gott, der uns doch zum Glück bestimmt, lässt er uns denn allein?
3. Jesus von Nazareth, er lebte in Zuversicht, weil er der Liebe und dem Licht Kraft wiedergeben wollt. Er zeigte uns den Weg der Liebe und Menschlichkeit. Wollen wir diesen Weg nun gehn, selbstlos und hilfsbereit?

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Bibeltext: Joh 9, 1.6-9.13-17.34-38
(in leichter Sprache)

Jesus macht einen blinden Mann gesund.
Einmal war ein Sabbat.
Sabbat ist der 7. Tag in der Woche.
Der 7. Tag ist zum Ausruhen.
Alle Menschen und Tiere sollen sich am 7. Tag ausruhen.
Der Sabbat ist ein Ruhe-Tag.

An einem Sabbat war Jesus mit seinen Freunden bei einem Teich.
Bei dem Teich war ein Mann.
Der Mann war blind.

Jesus sagte zu den Freunden:

Gott will, dass alle Menschen das Licht sehen.
Der blinde Mann soll das Licht sehen.
Der blinde Mann soll gesund werden.
Ich will den blinden Mann gesund machen.

Jesus spuckte auf die Erde.
Jesus machte mit der Spucke einen Brei.
Jesus legte den Brei auf die Augen von dem blinden Mann.
Jesus sagte zu dem blinden Mann.

Geh zum Teich.
Wasch deine Augen mit dem Wasser im Teich.

Der Mann ging zum Teich.
Der Mann wusch sich die Augen mit dem Wasser im Teich.
Da konnte der Mann sehen.

Die anderen Leute merkten, dass der blinde Mann sehen konnte.
Der Mann war geheilt.
Die Leute staunten.
Die Leute fragten:

Wie kommt das, dass du sehen kannst?
Warum bist du geheilt?

Der geheilte Mann sagte:

Jesus hat Brei auf meine Augen getan.
Dann hat Jesus gesagt:
Wasch deine Augen im Teich.
Das habe ich getan.
Jetzt kann ich sehen.

Die Leute waren aufgeregt.
Die Leute brachten den Mann zu den Religions-Gelehrten.
Die Religions-Gelehrten passen auf die Leute auf.
Die Religions-Gelehrten passen auf, dass alle Leute tun, was Gott will.
Die Religions-Gelehrten passen auf, dass alle Leute am Sabbat ausruhen.
Keiner soll am Sabbat arbeiten.

Die Religions-Gelehrten fragten den geheilten Mann:

Warum kannst du sehen?

Der geheilte Mann sagte:

Jesus hat Brei auf meine Augen getan.
Dann habe ich die Augen im Teich gewaschen.
Jetzt kann ich sehen.

Die Religions-Gelehrten fingen an zu streiten.
Einige Religions-Gelehrte sagten:

Gesund-machen ist am Sabbat verboten.
Weil Gesund-machen Arbeit ist.
Jesus darf dich nicht am Sabbat gesund machen.
Du musst blind bleiben.

Andere Religions-Gelehrte sagten:

Gesund-machen ist gut.
Jesus darf dich sehr wohl gesund machen.
Auch am Sabbat.

Der geheilte Mann sagte:

Ich freue mich, weil ich sehen kann.
Ich finde Gesund-machen gut.
Jesus, der mich gesund gemacht hat, ist gut.
Jesus kommt von Gott.
Die Religions-Gelehrten überlegten:

Vielleicht war der geheilte Mann gar nicht blind.
Vielleicht hat der geheilte Mann nur so getan, als ob er blind ist.

Die Religions-Gelehrten gingen zu den Eltern von dem geheilten Mann.
Die Religions-Gelehrten fragten die Eltern von dem geheilten Mann:

Ist der geheilte Mann euer Sohn?
War euer Sohn wirklich blind?
Oder hat euer Sohn nur so getan?

Die Eltern von dem geheilten Mann sagten:

Der geheilte Mann ist unser Sohn.
Unser Sohn war schon als kleines Baby blind.
Unser Sohn war immer blind.
Wir wissen nicht, wie unser Sohn gesund geworden ist.
Ihr müsst unseren Sohn fragen.
Unser Sohn kann selber sprechen.
Unser Sohn ist groß genug.
Unser Sohn ist ein erwachsener Mann.

Die Religions-Gelehrten sagten zu dem geheilten Mann:

Gesund-machen ist am Sabbat verboten.
Erzähl uns, was passiert ist.

Der geheilte Mann sagte:

Ich habe schon erzählt, was passiert ist.
Ihr hört gar nicht zu.
Ihr wollt gar nicht zuhören.
Ihr wollt gar nicht hören, was ich sage.
Jesus ist gut.
Jesus hat mich gesund gemacht.
Jesus kommt von Gott.

Die Religions-Gelehrten wurden wütend.
Die Religions-Gelehrten sagten:

Jesus hat dich am Sabbat gesund gemacht.
Am Sabbat ist Gesund-machen verboten.
Gott will, dass alle Menschen am Sabbat ausruhen.
Gott will nicht, dass Jesus die Menschen am Sabbat gesund macht.

Der geheilte Mann sagte:

Ihr Religions-Gelehrten wisst gar nicht Bescheid.
Ihr Religions-Gelehrten habt keine Ahnung.
Gott will sehr wohl, dass Jesus die Menschen am Sabbat gesund macht.
Jesus tut, was Gott will.
Jesus kommt von Gott.

Die Religions-Gelehrten sagten:

Du bist ein unverschämter Mann.
Verschwinde von hier.
Du darfst nie mehr mit uns zusammen sein.

Jesus hörte, dass die Religions-Gelehrten den geheilten Mann weg gejagt hatten.
Jesus ging zu dem geheilten Mann hin.
Jesus fragte den geheilten Mann:

Glaubst du an den Menschen-Sohn?

Der geheilte Mann fragte:

Was ist das?
Was ist der Menschen-Sohn?
Herr, sag es mir.
Ich möchte an den Menschen-Sohn glauben.

Jesus sagte:

Der Menschen-Sohn kommt von Gott.
Ich komme von Gott.
Ich bin der Menschen-Sohn.
Ich bin es, der vor dir steht.
Ich bin es, den du siehst.

Der geheilte Mann sagte:

Ich glaube, Herr.

Der geheilte Mann war froh.
Der geheilte Mann kniete sich tief vor Jesus hin.
Jesus sagte:

Ich bin in die Welt gekommen, damit blinde Menschen gesund werden.
Die blinden Menschen freuen sich.
Einige Menschen werden davon wütend.
Diese Menschen sind wütend, weil blinde Menschen wieder sehen können.
Diese Menschen sind in ihrem Herzen blind.

Für Kinder:

Kannst du auf dem Ausmalbild den Teich erkennen? Du findest ihn links und er sieht eigentlich eher aus wie ein Wasserbecken. Teich ‘Schiloach’ nennt ihn der Schreiber und übersetzt dann auch gleich: das heißt ‘der Gesandte’. Ein ziemlich merkwürdiger Name für einen Teich, oder? Aber der Name ist in dieser Erzählung wichtig! Denn der Erzähler Johannes hat in dieser Bibelstelle eine Menge verschlüsselter Botschaften untergebracht, und der Name des Teiches gehört dazu.

Und das ist so: Ursprünglich lag die Wasserquelle der Stadt außerhalb der Stadtmauern. Die Menschen holten dort mit Krügen frisches Wasser, wenn sie es brauchten. Normalerweise war das kein Problem. Aber manchmal kam es zu Ärger mit anderen, Nachbarstädten oder Diebesbanden. Dann war es gefährlich, die Stadtmauern zu verlassen, um Wasser zu holen.

Ein kluger König hatte deshalb von der Wasserquelle aus unterirdische Kanäle graben lassen, die das Wasser in ein Becken innerhalb der Stadtmauern leiteten: das Becken, das du auf dem Ausmalbild siehst (es ist übrigens genau nach einem alten Foto des echten Wasserbeckens ‘Schiloach’ gezeichnet!). Und weil die Wasserquelle das Wasser ins Becken ‘sendete’, wurde es eben ‘Schiloach’ – ‘der Gesandte’ genannt.
Der Erzähler Johannes beschreibt nun, dass Jesus den Blinden zum Reinigen in den Teich ‘Schiloach’ schickt. Und er sagt damit bildlich: wer sich in Jesus, der ja auch der ‘Gesandte’ genannt wurde, wäscht, – wer sich also von Jesus ergreifen lässt und zu ihm gehören will-, der wird geheilt von allem Übel. Der findet einen neuen Anfang. Viele Menschen damals verstanden diese ‘versteckte Botschaft’.

Noch eine Menge anderer Botschaften stecken in der Bibelstelle. Zu viele, um sie hier alle erklären zu können. Ich glaube, solange wirst du nicht lesen wollen.

Darum hier nur noch zwei kleine Hinweise:

Zum Beispiel die Frage der Pharisäer, ob man denn am Sabbat heilen darf. Denn dieser Tag galt als absoluter Ruhetag zur Ehre Gottes (und damit auch zum Wohle der Menschen, die ja Urlaubs- und Erholungstage, wie wir sie heute kennen, nicht hatten). Wenn Jesus am Sabbat heilt, dann heißt das auch: Jesus stellt sich gegen eine engherzige Auslegung des Ruhegebotes, das Gebot der Liebe geht vor.

Oder die Frage nach der Ursache von Krankheit und Blindheit: viele waren der Meinung, das sie Folge von Sünde gegen Gott sei. Das konnte selbstverursachte Schuld oder auch Schuld der Familie sein. Wenn Jesus sich dem Blinden zuwendet (und das sogar noch am Sabbat, an dem ja eigentlich nicht gearbeitet werden sollte), dann zeigt sich: Jesus ist gekommen, den Menschen heil zu machen.

Für Erwachsene:

Wer ist blind, und wer kann sehen? Beim Lesen des heutigen Evangeliums wird diese vermeintlich einfache Frage zunehmend unklar.
Auf Luther geht der Spruch zurück: In Christus werden alle Begriffe neu. Für das Johannesevangelium gilt das ganz sicher. Blind sein und Sehen, das ist nicht nur eine Frage der Sehstärke, sondern der Erkenntnis Gottes und des Glaubens. Richtig sehen bedeutet also, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist, nämlich Gottes geliebte Schöpfung.

Richtig sehen bedeutet, den Menschen so zu sehen, wie er in Wahrheit ist, nämlich aufgehoben in Gottes unendlicher Liebe. Eine Liebe, die nicht ihr Maß an uns nimmt, sondern an Gottes Unendlichkeit. Denn die Liebe selber sehen wir in all der Endlichkeit und dem Verfall nicht.
Für die Juden zur Zeit Jesu war Blindheit die Folge von Sünde. Jesus aber wendet sich gegen den Aberglauben an einen prüfenden und strafenden Gott. Diesem kurzsichtigen Glauben, der nur menschliche Projektion ist, begegnet Jesus, in dem er sich selbst als das Licht bezeichnet. In diesem Licht, also dem Glauben an Gottes unbedingte Liebe,

erkennen wir erst die letzte, alles umfassende Wahrheit.
Aber die schmeckt einigen Zeitgenossen nicht. Bis heute. Denn wir müssten erkennen, selber die Blindgeborenen zu sein, also allesamt zur Welt gekommen zu sein ohne den Glauben. Den müssen wir uns aufdecken lassen, wie es Jesus mit dem Blinden tat. Und dann erkennen wir, dass Blindsein im theologischen Sinne nicht Folge einer Sünde ist. Sondern umgekehrt: Sünde ist Folge des Blindseins.

(Diakon Dr. Andreas Bell)