Für unsere Kinder

Kinder fragen nach Gott

Ostern – für Kinder erzählt

Die Ostergeschichte hat sicher jede und jeder von euch schon einmal gehört, im Kindergottesdienst, im Religionsunterricht an der Schule oder bei der Kommunionvorbereitung. Und doch ist es sicher die Geschichte in der Bibel, die sich am schwersten erklären lässt.

Der Anfang ist noch relativ leicht zu verstehen: Gründonnerstag erinnern wir uns an das Letzte Abend-mahl, das Jesus mit seinen Jüngern feierte, am Abend, an dem er von Judas verraten und von Soldaten gefangen genommen wurde.

Karfreitag erinnern wir uns an den Tod Jesu. Er wurde von Pilatus verurteilt und dann gekreuzigt. Dann wurde Jesus begraben. Wie es damals üblich war in einer Höhle, vor der ein großer Stein gerollt wurde. Zur Zeit Jesu wurden die Körper der Toten mit wertvollen Ölen eingerieben. Das wollten auch die drei Frauen machen, die am Morgen des Ostersonntags zum Grab gingen. Als sie dort aber ankamen, mussten sie feststellen, dass der Stein zur Seite gerollt und Jesus fort war. Ein Engel verkündete ihnen, dass Jesus auferstanden sei. Jesus ist auferstanden, um zu seinem Vater im Himmel zu kommen.

Wie nun können wir uns das vorstellen - eigentlich, zugegebenermaßen, gar nicht. Ich stelle es mir so vor: Jeder Mensch hat einen Köper und eine Seele. Der Körper ist etwas, was wir durch unsere Zeugung und Geburt bekommen. Aber jeder Mensch hat auch noch eine Seele, etwas Unsichtbares in uns, das, was niemand sehen kann. Die Seele, die dafür verantwortlich ist, dass wir fühlen und lieben können. Diese Seele schenkt Gott jedem Menschen, der geboren wird, und wenn ein Mensch stirbt, geht seine Seele wieder zu Gott zurück.

I. Rarisch / BuH

Woher weiß man, dass Jesus auferstanden ist?

Jesus wurde gekreuzigt und begraben.Nur wenige Menschen trauerten um ihn, viele waren froh, dass er „erledigt" war.

Besonders die römische Verwaltung Israels hatte Sorge, er könnte das jüdische Volk gegen den römischen Kaiser aufgehetzt haben. Die Menschen in der Umgebung Jesu waren vorwiegend Juden. Die meisten von ihnen konnten nicht glauben, dass Jesus Gottes Sohn ist. Sie hatten gehört, dass Jesus von seiner Auferstehung gesprochen hatte. Um die zu verhindern, ließen sie Wachen vor Jesu Grab aufstellen.

Wir Christen glauben, dass diese Wachen die Auferstehung Jesu nicht verhindern konnten. Die Bibel erzählt, dass am Ostermorgen drei Frauen ans Grab kamen, anschließend einige Jünger, und das Grab leer fanden. Ein Engel war dort, der sagte: Jesus ist nicht mehr tot. Hier findet ihr ihn nicht. Er lebt!

Noch heute streiten Theologinnen und Theologen darüber, ob das Grab leer war, so, wie es die Bibel erzählt. Wichtiger aber als ein leeres Grab war für Jesu Jüngerinnen und Jünger etwas anderes: Sie haben den auferstandenen Jesus gesehen. Nach Ostern wird dieses Wort in der Bibel wichtig: „sehen". Maria von Magdala sieht Jesus im Garten. Zwei Jünger sehen ihn auf dem Weg nach Emmaus. Alle Jünger sehen ihn in dem Raum, in den sie sich nach Jesu Tod ängstlich verschanzt haben. Und sie sehen ihn am Ufer des Sees Gennesaret, als sie nachts fischen. Das verkünden die Jüngerinnen und Jünger einander, außerdem den Menschen, die noch nicht an Jesus glaubten, und sie verkünden es auch uns heute: Wir haben Jesus gesehen! Er lebt!

Angela M.T. Reinders (BuH)

Hat Gott alles gemacht?

Es gibt strenggläubige Leute, die sagen:

Ja, so steht es in der Bibel. Gott hat die ganze Welt, alle Tiere und Menschen in sieben Tagen geschaffen.

Andere sagen:

Nein, das Leben hat sich über viele Millionen Jahre entwickelt, die Lebewesen waren nicht einfach so da, sondern haben sich entfaltet, neue Arten gebildet und irgendwann entwickelte sich auch der Mensch.

Die Bibel hat recht: Gott hat alles gemacht.

Aber wir müssen nicht glauben, dass Gott jedem Marienkäfer seine Punkte auf die Flügel gemalt hat. Denn die Bibel ist kein

Biologiebuch, sie will nichts behaupten, was die Wissenschaftler viel besser wissen. Die Bibel erzählt, wie Gott ist. Und wenn die Erzähler der Schöpfungsgeschichte sagen, dass Gott alles gemacht hat, dann meinen sie: Alles, was auf der Erde existiert, ist von Gott gewollt. Zu allem hat er Ja gesagt. Zu den Mücken (ja leider!), den Eisbärbabys, den Äpfeln (mitsamt den Würmern) und den Rosen - und auch zu uns. Zu jedem Menschen, egal welcher Hautfarbe und Religion. Deshalb ist seine ganze Schöpfung wertvoll und wir schützen sie. Und wir achten alle Menschen, auch die, die wir eigentlich nicht so mögen.

Wenn Gott alles geschaffen hat, müsste er auch das Böse gemacht haben, oder? Das ist ein richtig schwieriges Problem. Gott will nicht, dass es Krieg und Streit gibt, er will nicht, dass andere hungern oder weinen. Aber der Mensch kann all diese schlimmen Dinge tun, weil er frei entscheiden darf, ob er gut handeln will oder schlecht. Und auch diese Freiheit hat uns Gott gegeben.

Christina Brunner /BuH

Warum glauben manche Menschen nicht an Gott?

Sicher gibt es auch in deiner Klasse Kinder, die sich zu gar keiner Religion bekennen. Und ihnen fehlt auch gar nichts, sagen sie. Weihnachten kann man auch als Familienfest feiern, und Ostern muss der Osterhase vor allem dicke Geschenke verstecken.

An Gott glauben muss man nicht.

Glauben ist eine Einladung, die von Gott selbst kommt. Er möchte, dass wir alle zu seinem Fest kommen. Das heißt: die Welt ein bisschen besser machen. Darauf vertrauen, dass wir den geliebten Opa oder den kranken Hund wiedersehen, nachdem sie gestorben sind. Fühlen, dass einer mich liebt, auch wenn alle gemein zu mir waren.

Und weil das manchmal schwer ist, schickt Gott uns seine Einladung jeden Sonntag: Kommt doch zu mir in die Kirche! Trefft andere, die auch so denken, lasst euch Mut machen, feiert zusammen!

Gott lädt alle Menschen ein, an ihn zu glauben und zu seinem Fest zu kommen.

Aber manche wissen gar nicht, wer sie da einlädt, oder haben keine Lust. Klar: Wenn so eine Einladung kommt, muss man nicht hingehen. Genau wie beim Geburtstag des besten Freundes: „Nein" sagen kann man immer. Aber der Freund wäre garantiert traurig, weil er sich auf mich freut. Und außerdem würde man was verpassen, oder?

Christina Brunner

 

Warum wir kirchliche Feste feiern

Ostern, St. Martin, Nikolaus, Weihnachten sind Dir sicherlich bekannt. Es gibt aber noch mehr kirchliche Feiertage. Was es damit auf sich hat und warum wir diese feiern, erfährst Du auf den folgenden Seiten:

Ostern
Pfingsten
Das Fest des heiligen Sankt Martin
Was es mit dem Nikolaus-Tag auf sich hat
Das Weihnachtsfest

Und hier geht es zu noch viel mehr Festen und kirchlichem Brauchtum.