Unser Pfarrbrief für Dezember/ Januar ’19

Unser Pfarrbrief für November/ Dezember
12. November 2018
Unser Pfarrbrief für Dezember/ Januar ’19

Liebe weihnachtlich gestimmten Mitchristen,

vielleicht fällt Ihnen beim Titelbild unseres diesjährigen Weihnachtspfarrbriefs auf, dass die Helligkeit und die Pastelltöne ein wenig verschwommen das wunderbare Geschehen in der Krippe erahnen lassen.


Vielleicht ist dieses Bild mit Maria, Josef und dem Jesuskind sowie mit Ochs und Esel und dem angedeuteten „Stern von Bethlehem“ im Hintergrund symptomatisch für unser heutiges Empfinden für das hochheilige Weihnachtsfest.


Vieles wirkt in unserer Welt heute verschwommen: der „Rummel“ um Weihnachten kann gar nicht früh genug beginnen. Der Begriff „Adventszeit“ – Zeit des Wartens auf das Ankommen unseres Erlösers – wird heutzutage eher selten verwendet.


Daher möchte ich Ihnen einmal die Frage stellen: „Was feiern wir in der Heiligen Nacht überhaupt noch?“ Feiern wir uns und unsere Erfüllung von irdischen Sehnsüchten nur noch allein, oder bedeutet uns Weihnachten mehr? Entscheidend mehr?


In der hochheiligen Nacht ist uns ein Kind geboren worden. Es ist ein ganz besonderes Kind, das klein, zierlich und hilfsbedürftig von seinen besorgten und gleichzeitig glücklichen Eltern in eine einfache Krippe gelegt wurde. Wir dürfen wahrhaft glauben: der Sohn Gottes ist in unsere Welt gekommen, klein und unscheinbar. Er wird heute oft im Glimmer der Welt übersehen, vielleicht erahnen wir seine Silhouette wie auf unserem diesjährigen Titelbild aber noch.


Wie kann jedoch Gott wachsen in unserer Welt? Wie kann Er größer werden, damit Er auch von uns angenommen, ernstgenommen wird? Vielleicht gelingt es Ihnen, einmal die Weihnachtshektik mit vielen Äußerlichkeiten beiseite zu schieben. Und wenn es nur für einen kurzen Augenblick in Ihrer hektischen Umgebung ist: genießen Sie einmal die Stille in Ihnen selbst – fern von der betriebsamen Welt, die uns tagein, tagaus einfordert.


Gönnen Sie sich einen guten Text, ein Gedicht, ein gutes Buch, einen Kerzenschein, der Ihnen gut tut. Schielen Sie nicht dauernd auf die Uhr, sie läuft auch ohne Sie weiter. Überlegen Sie einmal, wo können Sie dazu beitragen, dass die silhouettenhaften Umrisse unserer Geburtsszene von Bethlehem klare Konturen bekommen?


Wo können Sie dazu beitragen, dass das Kleine wieder groß wird, das die, die oft eher am Rande unseres Bewusstseins vorkommen, einen Platz in unserer Mitte finden.


Ich wünsche Ihnen daher diese Muße und das Glück, den klein in unsere Welt gekommenen Gott durch Ihr Anpacken, Ihr Eingreifen und Ihr Engagement groß zu machen. – Und dann wird das Bild von der Geburt unseres Erlösers auf einmal klar und lupenrein zu erkennen sein. Damit wirklich Weihnachten werden kann – auch in uns und durch uns!


Ich wünsche Ihnen und allen, die zu Ihnen gehören – auch im Namen unserer beiden Diakone, im Namen unserer vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – die Freude über das Kind von Bethlehem sowie ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest und ein von Gott begleitetes Neues Jahr 2019.



Mit weihnachtlichen Grüßen

Ihr Pastor

Günter Puts, Pfr.


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